Hl. Prokops Basilika

Hl. Prokops Basilika
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Die Tøebíèer Basilika ist wie ein Spiegel, der von den Tøebíèer Wäldern aus die Einflüsse von ganz Europa widerspiegelt. Sie wurde in der Zeit erbaut, als in Frankreich die ersten gotischen Kathedralen zum Himmel emporragten, aber in Deutschland noch Dome gebaut wurden, die eher antiken Bauten ähnelten. Der Grundriss kopiert die Muster aus Süddeutschland, das Portal ähnelt dem Wiener Domportal, seine Ausschmückung erinnert aber eher an den normanischen Einfluss. Das achtteilige Gewölbe lässt die Arbeitsweise aus Südfrankreich erkennen, das Mittelfenster in der Hauptapsis ähnelt der Rosette in Chartres bei Paris und die die Muster der Seitenfenster sind aus der Spätgotik entnommen. Die einzigartige Verbindung der europäischen Einflüsse zwischen der Romanik und Gotik führte im Jahre 2003 dazu, dass das Gebäude in die UNESCO Weltkultur- und -naturerbeliste eingetragen wurde.

Vom Dom zur Brauerei und zurück

In der Zeit, als das Tøebíèer Kloster ein souveränes Kultur- und Machtzentrum war (um das Jahr 1220), entschied der hiesige Abt, dass er anstelle der ursprünglichen hölzernen Kapelle die größte mährische Kirche erbauen wollte (sie blieb nur die längste). Innerhalb ca. zwanzig Jahren erbaute das südfranzösische Hüttenwerk das Fundament, die Krypta, die Nord- und Südkapelle, den Chor und die Nordvorhalle, aber im Jahre 1241 wurden die Bauarbeiten eingestellt. Man vermutet, dass die Pläne geändert wurden und seitdem konnte man an dem Gebäude gotische Merkmale sehen. Die Fenster im Hauptschiff haben schon eine längliche Form, aber trotzdem erinnern sie eher an Schießscharten einer romanischen Burg als an Sehlöcher zum Licht. Ähnlich ist es mit den Plastiken an den Säulen der Hauptapsis. Manche wurden zwar von souveränen Steinmetzen gehauen, von bizarren Masken und Wasserspeier der gotischen Kathedralen geschmückt, aber einen ungestümen Ausdruck hielten sie zurück. Der Bau wurde ca. 1260 beendet. Für Gottesdienste diente er an die zweihundert Jahre. Im Jahre 1462 brannte er ab und das achtteilige Gewölbe wurde zerstört. Es wurde erst um dreihundert Jahre später ganz ersetzt. Mit dem Niedergang des Tøebíèer Klosters fanden in der Basilika immer weniger Gottesdienste statt und als am Anfang des 15. Jahrhunderts die letzten Mönche vertrieben worden waren, benutzte man die Kirche eher für weltliche Zwecke. Gott möge es den Gotteslästerern verzeihen. In der Basilika wurde eine Brauerei errichtet und später noch der Pferdestall, die Schlossküche und die Waschküche. In den ursprünglichen Zustand wurde die Kirche erst von den Wallensteins versetzt. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts luden sie den Architekten Kaòka aus Prag, der auch am Bau des St. Veitsdom beteiligt war. Kaòka schuf das barocke gotisch anmutende Gewölbe, das dem Bau sein spezifisches Aussehen gab. Seitdem wird die Kirche für Gottesdienste wieder genutzt und ist heutzutage auch für die Öffentlichkeit zugänglich.

Kapelle und Krypta

Neben dem Domschiff gibt es die Abtkapelle mit ursprünglichen gotischen Malereien. Es handelt sich um die zweitältesten Fresken in Mähren. Die Gemälde und Ornamente bedecken den Innenraum der Kapelle. Das Interessanteste daran ist, dass ähnliche Bilder früher die ganze Basilika schmückten. Es muss wie in einem orientalischen Palast ausgesehen haben. Herrlich!

Die Krypta stellt den am besten erhaltenen Teil der Kirche dar. Sie wurde als Grabstätte für die Mönche und Klostergründer erbaut, aber ihre Reliquien ruhen jetzt anderswo. Die Decke wird von 50 Säulen und Halbsäulen gestützt, deren Kapitel Pflanzenornamente, Tiere und fantastische Gesichter schmücken. Jede Säule ist ein einzigartiges Original. Aus der Krypta führt auch ein Geheimgang, der angeblich im naheliegenden Dorf Sokolí enden soll. Viele Tøebíèer glauben, dass dort ein Schatz begraben ist, den die Mönche vor den Hussiten im 15. Jahrhundert versteckt hatten. Den wertvollsten Teil des Schatzes stellt der lebensgroße goldene Christus dar. Die Krypta wurde auch durch Filme bekannt. Hier wurde z.B. auch Markéta Lazarová gedreht.


Öffnungszeiten:

Di - Fr: 9.00 - 12.00 und 13.00 - 17.00
Sa, So, Mo: 13.00 - 17.00

Eintritt:

Erwachsene: 40,-
Studenten, Behinderte, Senioren: 20,-
Schulgruppen: 10,-

Die Besichtigungen organisiert das Informations- und Touristenzentrum der Basilika. Sie werden mit Leitung geführt und finden jede volle Stunde (außer mittags) statt, die letzte Besichtigung ist 1 Stunde vor der Schließung. Jeden Freitag ist aufgrund des Gottesdienstes die letzte Besichtigung schon um 15.00 Uhr und jeden ersten Freitag im Monat um 14.00 Uhr. Auf vorher reservierte Gruppen wartet der Führer max. 15 Minuten.

Kontakt:

Adresse: Zámek 1, 674 01 Tøebíè
Tel. 568 610 022, 777 746 982
E-mail: infobazilika@mkstrebic.cz

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