Der jüdische Friedhof

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Friedhöfe sind seltsame Orte: auf den ersten Blick düstere Zufluchtsstätten der Toten, auf den zweiten ein vertrauter Geheimplatz für die ersten Zigaretten und Verabredungen. Jüdische Friedhöfe sind noch etwas mysteriöser als die christlichen. Grabsteine, Ornamente und die hebräische Schrifft bringen einen Hauch von Orient nach Europa. Die Grabsteine, die eng nebeneinander gesetzt sind, lugen aus dem Gras und Efeu aus, sie neigen sich zur Seite wie wacklige Zähne, werfen Schatten und ähneln ein bisschen lebendigen Gestalten. Der Tøebíèer Friedhof ist einer der größten Friedhöfe bei uns. Es gibt dort mehr als dreitausend Grabsteine und jeder von ihnen trägt eine Geschichte, die sonst die Zeit verwischen würde.

Der älteste lesbare Grabstein stammt aus dem Jahre 1630. Er ruht über den Köpfen von Elisha Samuel, dessen Frau Pivka und Tochter Jehoshua. In der Nähe von ihm befindet sich ein wunderschönes klassizistisches Denkmal mit einem Herzchen, unter dem laut der Sage ein Liebespaar begraben ist, das sich während der Pestepidemie auf dem Sterbebett trauen ließ, um wenn schon nicht im Leben dann zumindest im Tod zusammen zu sein. Ungefähr zehn Meter von hier entlang einem Pfad finden wir einen Grabstein mit eingemeiselten segnenden Händen. Ein solches Symbol finden Sie auf allen jüdischen Friedhöfen. Es wurde in die Grabsteine der Mitglieder des Priestergeschlechts kohanim eingraviert. Heutzutage können wir sie nach den Buchstaben k-n im Namen wie Kohn, Kohnberger, Kantor, Konrad, usw. erkennen. Nach der Tradition durften sie sich rituell nicht verunreinigen und mit den Toten in Berührung kommen, deshalb wurden sie in den äußeren Reihen des Friedhofes bestattet. Heutzutage dienen diese Grabsteine als Abgrenzung des alten Friedhofsteils zum neuen Teil. Der geheimnisvollste befindet sich im hinteren Teil des Friedhofes und Sie können diese Inschrifft lesen:

"Ein Denkmal für das Grab eines heiligen Mannes, der vor neunzig Jahren den Namen Gottes geheiligt hat, des frommen gerechten Herrn Rafael, seligen Andenkens. Sein Verdienst möge uns und auch die nächsten Generationen stärken. Dieses Denkmal wurde am 1. Tage des Monats Avu im Jahre 1744 erneuert."

Nach der traditionellen Darlegung rettete Rafael den Ort vor der Pestseuche. Er verlor alle seine Verwandten und entschied sich, die weitere Ausbreitung der Seuche zu verhindern, indem er sich aufopferte. Er legte sich ins Grab, schüttete sich mit Erde zu und mit einem Gebet auf den Lippen segnete er das Zeitliche. Die Pest ließ sofort nach und die Tøebíèer haben Rafaels Tapferkeit nie vergessen.

Der Friedhof ist wie eine steinerne Bibliothek. An den Grabsteinen finden wir viele Symbole, die mit den Namen der Verstorbenen verbunden sind (z.B. Die Namen mit der Wurzel B-r waren mit einem Bären-Paar verbunden) oder deren Eigenschaften (Löwen, die eine Krone tragen, stellten ein Symbol der Weisheit dar). Die Inschriften entsprechen sehr oft der Form des Grabsteins. Einer wurde z.B. in Form eines Tors angefertigt und wir lesen über den dort begrabenen Mann, dass seine Wohltätigkeit die Tore der Barmherzigkeit öffnet. Der Tøebíèer Friedhof ist wie ein Spiegel der architektonischen Baustile – von kleinen barocken bis zu den klassizistischen Grabsteinen und den großen Obelisken aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Viele von ihnen gehören der Familie Subak, die in Tøebíè eine große Gerberei besaß.

Hebräisch nennt man die Friedhöfe DAS HAUS DES LEBENS ( bejt ha-chajim ). Diese paradoxe Bezeichnung ist ein Ausdruck des Glaubens, in dem man den Tod als ein Tor zum Leben versteht. Die Ansichten über das Leben nach dem Tod unterscheiden sich im Judaismus und oft widersprechen sie sich sogar. Alle betonen aber das Leben, in dem der Tod die Rolle seines Sekundanten spielt. Er ist nicht das definitive Gegenteil des Lebens, sondern ein Bestandteil. Die jüdische Einstellung zum Tod bezeugen die Bestattungssitten: z.B. der Gewandriss über dem Toten oder das Gebet für die Verstorbenen (Kadish). Über weitere Einzelheiten werden Sie von hiesigen Führern sicher gerne unterrichtet...

Öffnungszeiten:

Täglich - von Sonntag bis Freitag
Am Samstag während des Sabbats geschlossen (von Freitag- bis Samstagabend).

Mai - September            8.00 - 20.00
Oktober, März, April      8.00 -18.00
November - Februar      9.00 -16.00

Kontakt:

p. Malášek, 568 827111

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